Mann mit Rückenschmerzen

Endlich schmerzfrei: Hilft Physiotherapie bei Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen gelten in Deutschland mittlerweile als Volkskrankheit Nummer eins. Wer kennt das nicht: stechenden Schmerz oder ein Gefühl von Steifheit im Rücken? Für viele Menschen bringen Rückenleiden spürbare Einschränkungen in Alltag, Beruf und Freizeit mit sich – und nehmen damit erheblichen Einfluss auf unsere Lebensqualität.

„Natürlich ist Lebensqualität nicht alles.
Aber ohne Lebensqualität ist alles nichts.“

Die Schmerzen kommen und gehen. Häufig ignorieren wir sie so lange wir können. Dann probieren wir viel aus und lesen den ein oder anderen Tipp: Doch das Meiste hilft leider nur wenig oder gar nicht.

Irgendwann trifft man dann immer diesen einen Bekannten, der uns Physiotherapie empfiehlt – bei ihm habe sie super geholfen. Doch ist das wirklich so? Kann Physiotherapie uns helfen endlich schmerzfrei zu werden?

Physiotherapie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen

Im Allgemeinen hat Physiotherapie viele positive Auswirkungen auf deinen Körper, wie z.B.

  • Befreiung oder Linderung von Schmerzen
  • Förderung der Durchblutung und des Stoffwechsels
  • Verbesserung von Koordination und Beweglichkeit
  • Steigerung von Kraft und Ausdauer

“Mens sana in corpore sano” – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Durch Physiotherapie wird ein Zustand geschaffen, der gegenwärtige Beschwerden heilt – oder zumindest lindert – und präventiv weitere Beschwerden verhindert. Dadurch wird man ausgeglichener und es entsteht idealerweise eine Harmonie zwischen Körper und Seele.

So kann Physiotherapie eine sinnvolle Ergänzung, und manchmal sogar eine Alternative zu einer Operation oder medikamentösen Behandlung sein.

Doch hilft Physiotherapie auch bei Rückenschmerzen?

Bei akuten Rückenschmerzen kann Physiotherapie helfen, diese zu reduzieren und deine ursprüngliche Beweglichkeit und Belastbarkeit wieder herzustellen.

Physiotherapie kann dir zudem helfen, das Risiko erneuter Rückenschmerzen zu verringern.

Physiotherapeuten wenden dabei eine breite Palette von Therapien und Techniken an, um dir bei akuten Rückenschmerzen zu helfen oder dich bei der Prophylaxe von Rückenschmerzen zu unterstützen.

Physiotherapie ist ein wichtiger Baustein in einem wirkungsvollen Behandlungskonzept. Oft wird Physiotherapie mit Psychotherapie, Schmerztherapie oder Coaching zu Ernährung und Stressreduktion kombiniert.

Die Funktionsweise des Körpers ist sehr komplex, daher gilt: Je mehr beeinflussende Faktoren durch eine multidisziplinäre Therapie adressiert werden können, desto höher sind die Erfolgschancen für dauerhafte Schmerzfreiheit.

Bei welcher Art von Rückenschmerzen hilft Physiotherapie?

Wir kennen sie fast alle – die pulsierenden, stechenden oder dumpfen Rückenschmerzen. Und wenn sie richtig schlimm sind, kann man sich fast gar nicht mehr aufrichten, geschweige denn bewegen.

Physiotherapie kann bei verschiedenen Arten von Rückenschmerzen helfen, z.B. bei:

  • Unspezifischen Rückenschmerzen – Schmerzen, bei denen keine spezifische Ursache oder Verletzung identifiziert werden kann. Mögliche Ursachen sind z.B. Verspannungen der Rückenmuskulatur.
  • Ischiasschmerz – Schmerzen, die sich vom Rücken in die Beine ausbreiten. Mögliche Ursachen sind z.B. Bandscheibenvorfälle.
  • Rückenschmerzen durch Alterung der Bandscheiben – Schmerzen durch degenerative Bandscheibenerkrankung in der Wirbelsäule.
  • Wirbelsäulenstenose – Druckschmerzen durch eine Verengung des Raums um das Rückenmark.

Mit Glück legen sich die Schmerzen oft so schnell, wie sie gekommen sind. Wenn sich die Rückenschmerzen jedoch nach Tagen immer noch nicht gebessert haben, solltest du einen Arzt aufsuchen oder ggf. direkt zu deinem Physiotherapeuten gehen.

Wer kann Physiotherapie bei Rückenschmerzen verordnen?

Bei akuten Rückenschmerzen solltest du primär einen Arzt (Haus- oder Facharzt) aufsuchen. Dieser wird dir bei anhaltenden Schmerzen meist eine Heilmittelverordnung (Rezept) für Physiotherapie (auch bekannt als Krankengymnastik) ausstellen.

Basis für das Rezept deines Arztes oder Heilpraktikers ist der Heilmittelkatalog, welcher die Rahmenbedingungen für die physiotherapeutische Behandlung bei deinem Beschwerdebild festlegt.

Auf der Heilmittelverordnung vermerkt dein Arzt die Diagnose mit Leitsymptomatik, Verordnungsmenge und Therapieziel, aber auch Art der Therapie und wöchentliche Behandlungsfrequenz.

Wenn es jedoch mal zwickt und dir dein Arzt keine Physiotherapie verschreibt, kannst du auch jederzeit ohne Rezept als Selbstzahler direkt zu dem Physiotherapeuten deines Vertrauens gehen. Dein Physiotherapeut stellt dir dann die Behandlungen in Rechnung, die du anschließend privat begleichst.

Hilft Physiotherapie oder Osteopathie besser bei Rückenschmerzen?

Physiotherapeuten wie auch Osteopathen sind Angehörige der Gesundheitsberufe. Beide können effektiv bei Rückenschmerzen helfen – Ihre Behandlungsansätze unterscheiden sich jedoch geringfügig.

Dein Physiotherapeut konzentriert sich darauf, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers durch äußere Anwendung wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern.

Er greift dabei in der Therapie auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Techniken, Trainingsformen und Anwendungen zurück und stimuliert dabei die körpereigenen Anpassungsmechanismen. Durch diese Kombination von aktiven und passiven Elementen kann ein langfristigerer Therapieerfolg erreicht werden.

Dein Osteopath betrachtet deinen Körper als Ganzes und möchte sicherstellen, dass alle Knochen, Muskeln und Gelenke reibungslos zusammenarbeiten.

In seiner Therapie konzentriert sich ein Osteopath vor allem auf manuelle Techniken, um deinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie läuft eine Erstbehandlung beim Physiotherapeuten ab?

Bei deinem ersten Termin wird dein Physiotherapeut eine ausführliche Anamnese erstellen und deine Beschwerden, Lebensstil, bisherige Medikation und individuelle Situation genau analysieren.

Diese umfasst neben verschiedenen Fragen auch eine detaillierte körperlichen Untersuchung der betroffenen Nerven, Muskeln, Knochen und Gelenke.

Auf Basis der Anamnese wird dein Physiotherapeut einen Behandlungsplan zur Therapie deiner Rückenprobleme erstellen. Er wird dir erklären, welche aktiven und passiven Maßnahmen die besten Aussichten auf Erfolg haben.

Es ist schwer zu sagen, welche Übungen bzw. Therapieformen am besten bei deinen Rückenschmerzen wirken – so unterschiedlich die Schmerzursachen sind, so individuell müssen sie behandelt werden. Leider gibt es hier keinen Königsweg.

Ein guter Physiotherapeut wird von Behandlung zu Behandlung beurteilen, was in deiner Situation am besten ist. Dabei berücksichtigt er nicht nur die Anamnese und den Therapieplan, sondern auch deine Entwicklung zwischen den Behandlungseinheiten und seinen reichen Erfahrungsschatz.

Bei Fragen oder Bedenken solltest du jedoch deinen Physiotherapeuten immer sofort darauf ansprechen.

Denn die Grundlage für eine wirkungsvolle Therapie ist neben einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen dir und deinem Physiotherapeuten, dass du Ziele und Herangehensweise der Therapie verstehst und diese voll mitträgst – nur so kannst du auch wirkungsvoll in deinem Alltag weiter an einem schmerzfreien Rücken arbeiten.

Wie hilft aktive Physiotherapie bei Rückenschmerzen?

Bei der aktiven Therapie, wie z.B. TheraBand-Training, werden von dir Bewegungen selbstständig zur Heilung oder Vorbeugung von Beschwerden durchgeführt.

Dein Physiotherapeut zeigt dir, welche Übungen für dich und deine individuelle Situation passend sind und wie sie korrekt durchzuführen sind. Dein Therapeut wird die Ausführung dabei nur korrigieren.

In Absprache mit deinem Therapeuten solltest du diese Übungen auch zu Hause in deinen Alltag integrieren.

Auch wenn man bei Rückenschmerzen am liebsten Bewegung vermeiden würde, ist es sehr wichtig, in irgendeiner Weise aktiv zu bleiben. Aktive Übungen können dir helfen, die Beweglichkeit und Kraft im unteren Rücken zu erhalten oder zu verbessern. So können auch Knochen und Gelenke entlastet und Schmerzen gelindert werden.

Diese aktiven Übungen könnte dein Physiotherapeut mit dir durchführen:

  • Ausdauertraining – bringt dich in Bewegung und erhöht deine Herzfrequenz. Diese Übungen helfen nicht nur Beweglichkeit zu fördern und den Rücken zu stärken, sondern eignen sich auch zum Abnehmen und steigern das Wohlbefinden. Meist startet man zunächst mit Training in geringer Intensität, wie z.B. Spazierengehen, Schwimmen oder Training am Heimtrainer. Nach und nach wird dein Physiotherapeut die Dauer und Intensität in Absprache mit dir steigern. In der Regel wird Ausdauertraining ca. 4 bis 5 Mal die Woche für 20 bis 30 Minuten empfohlen.
  • Dehnübungen – verbessern deine Beweglichkeit und reduzieren Verspannungen. Da viele Rückenschmerzen sich auf muskuläre Verspannungen und Verkürzungen zurückführen lassen, ist Dehnen ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Rückentherapie. Für einen bestmöglichen Erfolg sollte das von deinem Physiotherapeuten empfohlene Dehnprogramm in deinen täglichen Alltag integriert werden. Eine typische Dehnübungen zur Reduzierung von Verspannungen und muskulären Dysbalancen im Bereich des Rückens ist z.B. das Dehnen der Oberschenkelrückseite und der Rückenstrecker durch Berühren des Bodens mit den Händen.
  • Kräftigungsübungen – stärken die Kernmuskulatur im Bauch-, Rücken- und Beckenbereich. Oft können Rückenschmerzen auf nicht ausreichend trainierte oder überforderte Muskulatur zurückgeführt werden. Als natürlicher Reflex kann die überbeanspruchte Muskulatur verspannen und Rückenschmerzen verursachen. Durch eine langfristige Kräftigung insbesondere der Rumpfmuskulatur kann dem effektiv vorgebeugt werden.

Wie hilft passive Physiotherapie bei Rückenschmerzen?

Bei passiven Maßnahmen erfolgt die Behandlung durch deinen Therapeuten, ohne dass du aktiv mitarbeitest, wie z.B. beim Lösen von Muskelverklebungen oder der Mobilisation von Gelenken.

Der Therapieplan deines Physiotherapeuten zur Behandlung deiner Rückenbeschwerden enthält meistens neben aktiven Elementen auch eine der folgenden manuellen Techniken:

  • Manuelle Therapie – Mobilisierung und Behebung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Mit speziellen Handgriffen und Mobilisationstechniken werden Schmerzen gelindert und Bewegungsstörungen beseitigt. Ziel ist es, deinen Rücken wieder in seinen ursprünglichen Bewegungsbereich zu versetzen.
  • Massage – Lockerung von Verspannungen und Steigerung der Durchblutung. Über die langfristige Wirksamkeit von Massagen bei der Reduzierung von Rückenschmerzen wird zwar kontrovers diskutiert. Fallabhängig können sie jedoch eine sinnvolle Ergänzung des Therapieplans sein.

Um Rückenschmerzen möglichst wirkungsvoll zu bekämpfen, sollten aktive und passive Therapieelemente kombiniert werden.

Dein Physiotherapeut weiß genau, wann bei deinem individuellen Beschwerdebild mehr aktive Übungen oder passive Behandlungen zielführend sind.

Was muss ich nach Physiotherapie bei Rückenschmerzen beachten?

Nach deiner ersten Behandlungseinheit wird dir dein Physiotherapeut einen Übungsplan für zu Hause erstellen – denn langfristige Linderung von Rückenschmerzen ist meist nur möglich, wenn zusätzlich zu den Behandlungen in der Physiopraxis auch im Alltag regelmäßig Übungen durchgeführt werden.

Neben einem Trainingsplan für Heimübungen kann dich dein Physiotherapeut auch mit praktischen Ratschlägen für den Alltag unterstützen – z.B. bei der korrekten Körperhaltung oder bei der ergonomisch optimierten Einstellung deines Bürostuhls und Autositzes.

Physiotherapie ist nur ein Baustein bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Denn nur wenn du deinen Lebensstil an die Bedürfnisse deines Körpers anpasst, ist langfristige Schmerzfreiheit möglich. Dazu zählt regelmäßige Bewegung, Dehn- und Kräftigungsübungen, aber auch eine ausgewogene Ernährung und Stressmanagement im Alltag.

Ein guter Physiotherapeut kann nicht alles – und versucht es auch gar nicht. Er kann aber auf ein starkes Netzwerk an kompetenten Kooperationspartnern zurückgreifen, an die er dich weiterempfehlen kann.

Gibt es Nebenwirkungen von Physiotherapie bei Rückenschmerzen?

Physiotherapie, die von einem kompetenten Physiotherapeuten durchgeführt wird, birgt kaum Risiken oder Nebenwirkungen.

Wichtig ist, dass die Belastung während der Therapie auf dich abgestimmt ist und dich nicht überfordert.

Es ist möglich, dass bestimmte Übungen und Bewegungen deine Rückenschmerzen verschlimmern – was aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Weise deinen Physiotherapeuten umgehend darauf hin. Nur so kann er beurteilen, ob es sich bei deinen Schmerzen um eine harmlose Erstverschlimmerung handelt, oder ob er den Therapieplan anpassen muss.

Durch vermehrte Belastung einzelner Muskelgruppen kann nach einer Übung oder Behandlungseinheit ein leichter Muskelkater auftreten. Dieser ist aber nicht gefährlich und zeigt nur, dass du auf dem richtigen Weg bist und dein Körper sich an die neuen Belastungen anpasst. Auch Müdigkeit und Erschöpfung sind mögliche Symptome nach der Physiotherapie.

Werden Übungen jedoch unsauber oder unsachgemäß ausgeführt, kann es z.B. zu Entzündungen, Blutergüssen oder Sturzverletzungen kommen.

Für einen maximalen Therapieerfolg ohne Verletzungen ist es deshalb wichtig, dass du dich eigenverantwortlich an den Therapieplan deines Physiotherapeuten hältst. Alle Übungen sollten bezüglich Intensität, Übungsausführung und Wiederholungsanzahl korrekt ausgeführt werden.

Nur so kannst du schnellstmöglich alte Stärke wiedergewinnen, deine Schmerzen lindern und neue Höchstleistungen erzielen.

Wie finde ich einen guten Physiotherapeuten bei Rückenschmerzen?

Generell lässt sich sagen, dass physiotherapeutische Behandlungen in Deutschland eine sehr hohe Qualität aufweisen. Dies liegt vor allem an der langjährigen und intensiven Ausbildung, die jeder staatlich anerkannte Physiotherapeut in Deutschland durchläuft.

Doch trotz dieses hohen Niveaus gibt es deutliche Unterschiede bei der Therapiequalität – wie finde ich also einen überdurchschnittlichen Physiotherapeuten?

Zum einen kannst du gleich bei Ausstellung des Rezeptes für Physiotherapie deinen (Haus-)Arzt nach einem Tipp für einen Physiotherapeuten in der Nähe fragen.

Alternativ kannst du dich auch im Internet informieren. Hier bieten z.B. Vergleichsportale wie jameda.de oder werkenntdenbesten.de die Möglichkeit, Physiotherapeuten in deiner Nähe und ihre Bewertung zu vergleichen. Auch Bewertungen bei Google können einen Hinweis auf die Kundenzufriedenheit einer Physiotherapiepraxis geben.

Oder ganz altmodisch – Bekannte und Freunde nach Empfehlungen und ihren Erfahrungen bei Therapeuten fragen.

Bevor du einen Ersttermin vereinbarst ist es jedoch immer gut, sich einen ersten Eindruck von Team, Behandlungsräumen und Therapieangebot auf der jeweiligen Internetseite der Praxis zu verschaffen. Denn nur wenn du dich absolut wohlfühlst, wird die Behandlung auch von Erfolg gekrönt und deine Rückenschmerzen Geschichte sein.